Willkommen bei www.teutschton.de    |   home
Impressum and Disclaimer   |   Vorwort und Einführung   |   Der Apokalypsenfürst läßt nochmals grüßen ...   |   Kontaktierte Unkontakte   |   Spurensuche ...   |   Welche Töne   |   O, welch' Töne !   |   Aus Dunkelheit ins tiefste Loch   |   Schon wieder oder immer noch?   |   Assoziationen   |   Schatten   |   L i c h t   |   malum   |   Gedanken zu Jahreswechsel
malum

STADTUMARMUNGEN
     – eine Gedicht-Trilogie –


eine erste stadt

all die víelen massen aufgesogen
hektik nur wohin man auch sieht
lieblos das alte zu klein gewogen
nur um trubel man sich kräftig müht
einst die stolzen türme und mauern
mächtig wachend wie auch umfassend
längst verfallend welch ein bedauern
vergangenes leuchten nun erblassend
beton und asphalt als die neuen welten
all die innenbezirke öde und entleert
seit langem nur die neuen werte gelten
die betonästhetik scheint nun begehrt
was sollen denn da die alten zeichen
sie müde den gigantomanien weichen
die alten mauern schönsten betrachtens
verfallen verblassemd sind ihre zeichen
was dort überall nun als pulsierend gilt
sind wirklich nur elend verfall und not
was immer man hier jetzt auch spielt
hört doch den abgesang von gevatter tod
und wer da meint schlimmer geht es nie
begebe sich einfach mal in die peripherie


eine zweite stadt

als möglich' zentrum man sich wähnt
nur wovon bleibt hier die bohrend frage
wo überall der geist nur endlos gähnt
schiebt sich reine gier nun in die tage
all die dereinst schönen kleinoasen
gezielt dem zeitgeist längst gewichen
idyllisch ruhig früher ein alpenzeiger
auf kleinem Hügel baumbewachsen
dort einst blicke endlos fern und nah
doch längst dies kleinod nun verbaut
die strahlen einst dort längst verblichen
wo früher die stille ist's nun übel laut
der augen wertvoll horizont gewichen
sinnlos die frage  was einst dort geschehen
was einen jenseits dort einmal gebunden
was man jemals dort dereinst empfunden
ach die seufzer wie einmal dort geborgen
wie man vermeintlich dort ohne sorgen
doch wie endlos öde so ein blick zurück
im vergangenen liegt gewiß kein glück
wer will schon das was war verklären
gegenwärtig muß man sich bewähren


noch eine weitere (und so fort) ...

kanzlerseits gar wiederholt gescholten
im gleichklang singt da so mancher mit
die buntheit wird gar bös vergolten
gefahren lauern dort schritt auf tritt
mag so mancher dies so empfinden
vor allem jene im suburbia-schrein
soll man dies wirklichkeit so empfinden
gebunden fett in eigenem saft daheim
dort fernab dem täglichen Gebrause
egal wo get while the getting's good
gegängelt von mancherlei öder sause
all dies gesteuert treiben ein substitut
geleitet von fremder leut' interessen
doch getäuscht ein tun aus eig'nem willen
gegängelt von den lauthals tönend' fressen
vermeintlich wahre sehnsüchte stillen
aus gassen bläst ein schrecklich wind
die dämlich' töne in eintönig bezirken
die blicke längst für das schöne blind
eine eigene gestaltungswelt verwirken
fremden reizen zu schnell erliegen
und den hals niemals voll zu kriegen
statt hammer einfach nur amboss sein
und statt zu wachsen bleibt man klein
so bewege dich  munter stets hin und her
genieße voll die rhythmik mal auf mal ab
suchen und finden ist ja nicht allzu schwer
mens sana im körper gar nicht allzu schlapp
und wo immer hin es dich dürstet und zieht
Lust wie Freude allerorts schon mal blüht


epilog

wer heute sucht was längst vergangen
und wer zu fest an alten träumen hängt
wie sinnlos ist's am alten festzuhangen
nach ander'n ufern es rein sachlich drängt
all die städte und deren ähnlich formen
als gast man kann sie schon aufsuchen
ansonsten prüfe gut man deren normen
gleichwohl jene nicht nur dann verfluchen
aber wissen wie man einen abschied findet
vorsicht gegenüber zu langem verweilen
ziehend sinkend vor allem wieder fliehend
falschen umarmungen beizeiten enteilen
tentakeln der manipulateure heftig kappen
nicht gleich in deren üble fallstricke tappen
antworten suchen in vielerlei gefilde ziehend
so dann auch 'mal eigene antworten findend
die massen und deren laute schritte fliehend
sich absondernd an innere werte bindend
far the maddening crowd sich bewegend
verantwortungsvoll eig'ne wege segnend
ja eines sicherlich schickt sich nicht für alle
so strebe der stehende daß er nicht falle
(FagusArua, Dezember 2025 - Januar 2026)




"Oft nennen wir das Leben trist, doch nur wenn wir selber traurig und
bitter sind; und oft halten wir es für nutzlos und leer, doch nur, wenn
unsere Seelen sich an trostlosen Plätzen aufhalten und wenn das Herz
trunken ist von Selbstüberschätzung."

                  Khalil Gibran











"Geben wir dem Möglichen wieder seinen rechtmäßigen Platz: dann wird die Entwicklung etwas ganz anderes als die Verwirklichung eines Programms; die Pforten der Zukunft öffnen sich ganz weit, ein unbegrenztes Feld eröffnet sich der Freiheit."

                                                                 Henri Bergson