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Tonfall 3
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"Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende."

(Demokrit)












Der Krähe Maienlied
Von lauen Lüften sanft getragen,
Lustvoll das Gefieder weitgespreizt,
Hoch oben das Entdecken wagen,
Sonnenschein lockt mit seinem Reiz.
Die Zeit spielt mit dem Augenblicke:
Ganz frei von Zwang sich so bewegen,
Einfach froh folgen dem Geschicke.
Der Überblick – nichts wird entgehen:
Die Welt liegt mir zum Greifen nah,
Ach, ich möcht' nur das Schöne sehen,
Dies Streben und Suchen ich bejah!
Doch dort unten – oft –  mitnichten
Scheint mir oft viel an Ungemach!
Da gilt es Seltsames zu gewichten ...
Es gereicht Menschen oft zur Schmach!
Ach, Symbole ersetzen reine Lebenslust!
Dies so tun als ob – häufig' Lebenszeichen:
Deutlich Zeichenspiel von großem Frust,
Andere Wirklichkeit muß Träumen weichen,
Statt wildem Wachsen nun gezähmte Spur,
Ersatz gesucht für wohl natürlich Triebe!
Im Ausdruck bleibt zu viel an Makulatur:
Schweigen – dies dem Schein zuliebe ...
In künstlich Schoß die Buntheit hegen,
Und glauben dies könnte Antwort sein.
Das Spiel des Täuschens kräftig pflegen:
Armselig Selbstbetrug ob der Seelenpein.
Über alledem Kunstfiguren lassen walten,
Auch schwarz – als sollte ich das sein ...
Leicht durchschaubar dies Gestalten,
Unübersehbar einfallslos noch obendrein!
Was lieb ich doch da mein Krähenleben:
Kann entfliehen wo es mir wird zu dumm,
Kann ziehen und anderen Weg erstreben!
Das stets sei mein Krähen-Philosophikum ...

(Fagusarua 23.03.2025)










Phantasten

Seht – die Monteure ihrer eigenen Fluchtoasensucht!
Jene Spiegelfiguren eigenen Daseins,
Diese Wesen in allzu zähem Entwicklungszustand,
Gleichgeordnet anderen trüben Figuren ...

Nun – der Chronist wird deutlich:
Lebensprobleme multipler Persönlichkeit.
Niemals von Pose zur Haltung kommend.
Wendung(en) gegen Intellekt.
Romantisierung und Glorifizierung
                                        der eigenen Taten.

Marktschreierei aus Trostlosigkeit!
Vermeintliche Weltentzifferung.
– – Die Tiefe ist außen ...
Im Äußeren der Geschehnisse offenbaren
                                        sich die Charaktere.

Eine zweite Wirklichkeit – Manien und
Ideologien: verzerren Leben –,
Entstellen die erste Wirklichkeit!
Personen im wuchernden Rostzustand:
Niemals von Pose zur Haltung kommend.

(FagusArua 22.05.2025)


















Nur weil wir die Gegenwart nicht recht zu erkennen und zu erforschen verstehen, bemühen wir uns geistreich um Einsicht in die Zukunft.

                                      (Blaise Pascal)








Der Krähe Herbstlied 2025

Ach wie schön dies hier zu fühlen:
Ihr dort unten und so gänzlich weit,
Die Lüfte unter meinen Schwingen.
Um mein Wohl muß ich nicht ringen:
Dazu bin ich viel zu weise und gescheit
Und vor allem fern von eueren Mühlen!

Rastlos ihr blind nach Antworten jagt:
Findet dabei meist nur dümmste Ideen,
Merkt nicht 'mal wie ihr zu viel zerstört!
Mich ekelt euer Verhalten es ist unerhört.
All euer Treiben wird im Winde verweh'n,
Nur kein Leugnen: ihr seid stets überfragt.

Wenn ich euch so höre schwadronieren:
Düstere Wörter mit gefährlichem Klang,
Dies Säbelrasseln mit tödlichem Unterton!
Euer Wahnsinn dünkt mir wie ein Hohn!
Verantwortungslos mit kriegerischem Hang
Ursache und Wirkung maskenhaft definieren.

Möget ihr die Welt auch gänzlich zerstören ...
Dabei es so viel Sinnhaftes zu leisten gäbe!
Mein Abscheu gehört euren Verlogenheiten ...
Doch ohne euch leuchten mir bessere Zeiten –
Verantwortung und Achtung ohne Marschallstäbe!
Wir lassen uns nicht von euren Tönen betören!

Seid ruhig so dumm und leer wie es euch geziemt:
Beschäftigt euch mit Zerstörungen jeglicher Art ...
Im Gegensatz zu euch werden wir stets überleben,
Und der umfassenden Schöpfung die Achtung geben!
Verantwortung gegenüber einer jeweiligen Gegenwart!
Ein munteres Krah-Krah: denn ihr habt bald ausgedient.

(FagusArua 02.10.2025)










"Er sehnte sich danach, hoch über den Leuten zu fliegen und das Krächzen einer Saatkrähe von sich geben zu können."

    (Wilhelm Genazino, 29. März 1996 / aus seinen Aufzeichnungen: N 23, a; "N" steht vermutlich für "Notizen")




"Vielleicht weiß die Krähe ja mehr über uns als wir über sie."

          Hanna Bjorgaas (sie vermutet, daß es so etwas wie eine "Krähenkultur" gibt: Wissen, das die Vögel an Artgenossen und sogar über die Generationen hinweg weitergeben)




"Wenn keine weiteren Krähen vor Ort sind, merkt die einzelne Krähe, dass etwas nicht stimmt."

           Jörg Schmidt-Hilger